Die Ausbreitung des Coronavirus stellt auch die Arbeitswelt vor neue Herausforderungen. Hier stellt sich dem Arbeitnehmer die Frage, welche Rechte er im Falle der Erkrankung oder des Verdachts einer Erkrankung geltend machen können.

Grundsätzlich greift bei Krankheiten das Entgeltfortzahlungsgesetz. Danach bekommt der Angestellte im Falle einer Erkrankung und regulärer Krankmeldung das Gehalt fortbezahlt. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn nur der Verdacht einer Corona-Infektion besteht und daher etwa eine häusliche Quarantäne angeordnet wurde. In diesen Fällen kann eine Entschädigung nach dem § 56 Infektionsschutzgesetz begründet sein. Danach können Personen, die aufgrund eines Ansteckungs- oder Krankheitsverdacht Verboten in der Ausübung ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit unterliegen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden, eine Entschädigung in Geld erhalten. Ein entsprechender Antrag muss spätestens drei Monate nach dem Beschäftigungsverbot bei der Behörde gestellt werden, die das Verbot angeordnet hat.

Wenn der Betrieb vorübergehend schließen muss, ist zu unterscheiden, ob dies vorsorglich zum Schutz der Angestellten oder auf Anordnung der Gesundheitsbehörde geschieht. Im Falle der vorsorglichen Schließung trägt der Betrieb das finanzielle Risiko und muss seine Angestellten weiterbezahlen. Im Falle einer Schließung nach entsprechender Anordnung greifen wiederum die allgemeinen Entschädigungsregelungen nach dem Infektionsschutzgesetz.