Arbeitnehmer, die Zugriff zu sensiblen Kundendaten haben, müssen diese Daten schützen. Dies gilt auch, wenn sich hinter dem Datenklau gute Absichten verbergen. In einem vor dem Arbeitsgericht Siegburg entschiedenen Fall, Az: 3 Ca 1793/19, wollte der Kläger, ein Mitarbeiter einer Softwarefirma, dem Vorstand eines Kunden demonstrieren, wie leicht und gefährlich Datenmissbrauch ist. Hierzu lud er mit einem privaten Datenstick von einem verschlüsselten Rechner des Kunden Namen, Adressen und Bankverbindungen von zwei Vorstandsmitgliedern herunter und nutzte diese Daten, um von einem anderen Computer im Namen der Vorstandsmitglieder Arzneimittel zu bestellen.  Die Softwarefirma kündigte ihrem Mitarbeiter daraufhin fristlos. Die hiergegen erhobene Kündigungsschutzklage verlor der Mitarbeiter: Der Kläger sei verpflichtet, Rücksicht auf die Interessen des Arbeitgebers zu nehmen. Mit seinem Verhalten habe der Kläger jedoch das Vertrauen des Kunden in die Firma massiv beschädigt. Ob der Kläger gute Absichten verfolgte, ist hierbei unerheblich.