Arbeitgeber, die Bewerber auf ein Jobangebot diskriminieren, riskieren schnell Entschädigungszahlungen. Dies gilt aber nicht, wenn es dem Bewerber in Wirklichkeit nicht um die Stelle, sondern um die Entschädigungszahlung geht. So verhielt es sich bei einem 70-jährigen Bewerber um eine Stelle als Ausbilder im Bereich „Küche, Hauswirtschaft, Nähen“. Nachdem er eine Stellenablehnung erhalten hatte, verklagte dieser den Arbeitgeber auf eine Entschädigungszahlung in Höhe von 11.000,00 EUR, weil er wegen seines Alters diskriminiert worden sei. Das Arbeitsgericht Bonn, Az 5 Ca 1201/19, lehnte die Entschädigungszahlung ab. Der Mann hatte sein tatsächliches Interesse an der Stelle nicht glaubhaft vortragen können, denn er habe im Bewerbungsschreiben keine Angaben zu seiner Motivation und Qualifikation gemacht. Ihm sei es daher nicht um die Stelle, sondern nur um die Entschädigungszahlung gegangen.