Eine eindeutige Regelung zu der Frage, wann Arbeitnehmerinnen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mitteilen müssen, gibt es nicht. Aus § 15 des Mutterschutzgesetzes lässt sich keine Verpflichtung, sondern nur eine Sollregel ableiten, wonach eine schwangere Frau, sobald sie schwanger ist, ihrem Arbeitgeber dies auch mitteilen soll. Eine Mitteilungspflicht kann sich jedoch aus Nebenpflichten des Arbeitsvertrages, etwa aus organisatorischen Gründen, ergeben. Auch in Branchen, in der es für Schwangere ein Beschäftigungsverbot gibt, muss die Schwangerschaft dem Arbeitgeber sehr schnell mitgeteilt werden.In der Regel gibt es keinen Grund, eine Schwangerschaft nicht mitzuteilen. Aus einer Schwangerschaft erwächst nämlich der arbeitsrechtliche Vorteil eines Kündigungsverbots nach § 17 des Mutterschutzgesetzes, was eine Kündigung seitens des Arbeitgebers unzulässig macht. Bei einem Vorstellungsgespräch besteht im Übrigen auch keine Pflicht der Offenlegung einer Schwangerschaft. Auch eine Nachfrage des Arbeitgebers darf verneint werden.